„Uster ist keine Stadt für alle!“

Zuhörerei: Notiz Nummer 102

„Nein, Uster ist keine Stadt für alle“, sagt mir die junge Klima-Aktivistin sehr entschieden, während sie mit den Demonstrant*innen durch Uster läuft. „Uster besteht aus abgekapselten Gebieten und Gruppen. Jetzt gerade laufen wird durch die Cervelat-Häuser. Die heissen so, weil hier Menschen wohnen, die sich nur Cervelats zum Essen kaufen können. Leute, mit ganz wenig Einkommen. Wenn ich schaue, wer hier mitläuft, dann sind das alles Leute mit einer guten Ausbildung und praktisch alles Leute, die hier in die Schule oder ins Gymnasium gegangen sind. Auch eine geschlossene Gruppe. Eine Stadt für alle müsste sich in meinen Augen mehr durchmischen. Und sie müsste darauf achten, dass benachteiligte Menschen Unterstützungen bekommen, um ihre Anliegen zu formulieren. Ich glaube, dass viele, die benachteiligt sind, die Sprache nicht gut genug können und sich deshalb nicht äussern oder wehren können. Und viele haben auch gar nie zuhause miterlebt, dass man sich wehren darf. Das ist sehr schade. Da könnte die Stadt Uster mehr Unterstützung bieten.

Beatrice Stebler, notiert in der Zuhörerei am Klimastreik in Uster.

Die Architektur bestimmt, wer wo wohnt. So können sich unterschiedliche soziale Gruppen nicht mischen.

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