„Wir sind eine grosse Familie.“

Zuhörerei: Notiz Nummer 101

„Die Furzidee eines Openairs hatte eigentlich ich“, erzählt Philip. Er sitzt zusammen mit andern Jugendlichen an einem Tisch, etwas neben der Bühne vom H2U Openair. „Das ganze Mellow-Team hat zusammen gegessen. Seit Jahren organisieren sie ja gemeinsam Discos. Die Stimmung war phantastisch und so kam mir die Idee für ein Openair“, sagt Philip. Er setzt gekonnt eine Kunstpause…  „Die anderen haben die Idee dann umgesetzt.“ Alle lachen. „Die andern, das sind unsere Väter und unsere Mütter. Wir leben in Patchwork-Familien. Mit der Zeit verwischen sich klare Grenzen. Wir sind eine grosse Familie“, schalkt er. “Kaum ist das Openair vorbei, geht’s wieder von vorne los. Ständig reden sie darüber. Tischgespräche kreisen um Optimierungen, was könnte man verbessern, welche Bands sind jetzt hip, wie bringt man neue Leute ins Boot. Das kann auch mal nerven“, erzählt Sina.

„Findet die Aufbauwoche des H2U-Openairs statt und mein Lehrmeister gibt mir diese Woche frei, dann will ich unbedingt dabei sein“, sagt Leon-Andrin, der dieses Jahr alle um eine Kopflänge überholt hat. „Zwischen 30 und 50 Helferinnen sind vor Ort. Alle wollen das Gleiche: Spass haben, Einsatz zeigen für das geilste Openair aller Zeiten“, ergänzt Philip. „Ich will unbedingt bald die Leitung der Dekoration übernehmen. Die Abläufe kenne ich alle blind“, bekräftigt Sina.

„In Uster ist es super zum Aufwachsen als Kind. In Uster gibt es auch alles für die grossen Erwachsenen. Aber für uns Junge? Wir Jungen haben die Pfadi, die Cevi, das Fritz. Aber wo git’s en Club? Irgendwänn langet’s! Irgendwänn wotsch d‘ Wält entdecke! Irgendwänn wotsch nümme in Wald.“ Leon sagt das zwar lustig, aber bestimmt. Die andern nicken und machen ernsthafte Gesichter.

„Manchmal fragen uns Gleichaltrige: „Warum hängt ihr mit den Grossen ab!  Da sind wir eben hinein gewachsen. Bist du da mal drin, willst du nicht mehr raus. Keine Ahnung, das ist einfach so“, sagt Sina.

Lena Estermann, notiert in der Zuhörerei auf dem Zeughausareal am H2U Openair.

Eine Hand von einem jungen Mann, am Handgelekn drei farbige Bänder mit der Aufschrift H2U Festival.
Die Kinder des Kernteams vom H2U sind in die Vorbereitungen und die Durchführung des Openairs eingebunden.

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