„Ich hoffe auf radikalere Massnahmen.“

Zuhörerei: Notiz Nummer 100

„Ich arbeite 50 Prozent, damit ich genügend Zeit habe, mich für das Klima einzusetzen“, sagt mir der junge Mann, der die Klimademo in Uster leitet. Viele sind gekommen, laufen mit Transparenten und Schildern durch Uster. „Mama, was ist Schnee?“ steht zum Beispiel auf einem der Schilder. „Das Klima ist nicht verhandelbar. In Uster machen wir ja vieles gut: Wir tragen der Biodiversität Sorge, in unserer Siedlung im Lot haben wir Solarzellen auf dem Dach und vieles mehr. Aber das reicht noch nicht. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass wir mit den Demonstrationen nicht genug erreichen können, dass wir so allein das Ruder nicht herumreissen können. Dann wieder gibt mir die Gruppe Mut und Zuversicht. Corona hat gezeigt, dass radikale Massnahmen möglich sind. Es ist meine Hoffnung, dass die Entscheidungsträger nun auch mutige und radikale Entscheidungen für unsere Zukunft treffen. Jetzt können wir noch agieren. Wenn wir warten, können wir bald nur noch auf die Katastrophe reagieren. In einer Zeitung habe ich einmal gelesen, dass es bei den Aktivist*innen 3 Phasen gibt: Optimismus, Pessimismus und Alkoholismus. Ich bin noch in der ersten Phase. Und ich hoffe, ich werde nie in die andern Phasen abrutschen.“

Beatrice Stebler, notiert in der Zuhörerei am Rande des Klimastreiks ins Uster.

Menschen versammeln sich im Stadtpark für die Klimademo im September 2020
Besammlung für den Klimastreik im Stadtpark.

 Sie möchten uns etwas erzählen? Eine Geschichte, eine Erfahrung, einen Gedanken? Rufen Sie uns an: 076 504 86 68 Falls wir besetzt sind, rufen wir Sie gerne zurück.