„Das Miteinander fordert uns.“

Zuhörerei: Notiz Nummer 98

„Ja, wie geht das Miteinander?“, fragt sich der junge Mann, der bei mir in der Zuhörerei Platz genommen hat, und denkt eine Weile nach: „In der Pfadi hat uns jetzt jahrelang der Bau des neuen Pfadizentrums beschäftigt, das wir zusammen mit der Pfadi Trotz Allem geplant und gebaut haben. In der Pfadi Trotz Allem machen Kinder und Jugendliche mit, die mit einer Behinderung leben. Sie hatten bisher noch gar keine eigene Unterkunft. Manchmal unternehmen wir auch gemeinsam etwas mit den Bütschgis – so heisst die Pfadi Trotz Allem im Zürcher Oberland. Das Ziel der Pfadi ist es ja, dass es keine Einschränkungen gibt und dass alle Zugang haben. Auch kleine Wanderungen können wir miteinander machen. Vielleicht müssen mal zwei einen Rollstuhl ein Stück tragen, aber es geht vieles, wenn man wirklich will.

Das Miteinander ist aber nicht nur einfach. Es fordert uns alle. Wir, die wir keine Behinderung haben, wollen den Menschen mit einer Behinderung viel zu schnell helfen. Das kommt nicht immer gut an. Ein Kollege von mir hat eine unheilbare Krankheit, die ihn einschränkt. Es hat ihn genervt, dass ich ihn ständig gefragt habe, ob ich ihm helfen kann. Für ihn war das jedes Mal eine Abwertung. Wir haben darüber gesprochen, das war wichtig und ich kann ihn verstehen. Er hat sich gewünscht, dass ich Handreichungen einfach so mache, ganz selbstverständlich, einfach aus Solidarität.“

www.buetschgi.ch / www.pfadizentrum.ch

Beatrice Stebler, notiert in der Zuhörerei auf dem Zeughausareal am H2U OpenAir

Pfadizentrum Uster - 4 Häuser
Der Traum ist wahr geworden: Der Neubau des Pfadizentrums Uster bietet Platz für die Pfadi Uster-Greifensee und für die Pfadi Trotz Allem.

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