Vom Fischen und vom Gamen

Zuhörerei: Notiz Nummer 93

„Was machst du da?“, fragt mich der kleine blonde Junge unten am See bei der Schiffstation. „Ich höre den Leuten zu, die mir etwas erzählen wollen“, sage ich. „Kann ich dir auch etwas zeigen?“ fragt er mich. „Na klar“, sage ich. „Ich hab total viele Spiele auf meinem Handy. Schau!“ Der Junge erklärt mir begeistert Spiel für Spiel. Ich habe Mühe, die Unterschiede zu erkennen. „Bist du alleine hier am See“, frage ich ihn? „Nein, mit meinem Papa. Wir sind früh aufgestanden zum Fischen. Dort vorne siehst du. Mit seinem Freund sitzt er dort und angelt.“ „Und du hast keine Lust mit ihnen zu angeln?“ „Wir sind schon seit drei Stunden da. Irgendwann wird es langweilig.“ „Und was, wenn dein Papa jetzt einen Fisch fängt und du es verpasst?“ Der Junge lacht: „Das wird nicht passieren. Papa schickt mir eine Nachricht, sobald ein Fisch an seiner Angel zappelt. Dann renne ich hin. “ Der Junge schlenkert seine Beinen. „Siehst du die alte Frau? Ich geh dann mal zu ihr. Sie ist am Samstag oft da. Wir sehen uns dann zusammen meine Spiele an. Manchmal lasse ich sie auch spielen.“ Und schon ist der Junge davon geflitzt. Von weitem höre ich ihn die Frau sagen: „Da bist du ja wieder.“

Beatrice Stebler, notiert in der Zuhörerei am See

Plakat zeigt die Fische, die im Greifensee zuhause sind.

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