Back to the roots

Zuhörerei: Notiz Nummer 89

Die Leute flanieren, fischen, baden in der Sonne oder mieten ein Brett für einen ersten Versuch zum Standup-Paddeling. Ein Schwan putzt sich. 

„Wenn du am See aufwächst, dann zieht es dich früher oder später wieder zurück“, erzählt mir ein Paar. „Wir wohnten eine Zeit lang mit unseren Freunden im Appenzell. Dort gibt es Hügel, aber keinen See.“

 Das Paar hat zwei Kinder 13 und 15jährig, trinkt etwas Schönes und streichelt sich immer noch die Hände. Heute wohnen sie wieder ganz bewusst in Seenähe, „back to the roots“. „Der See gibt mir Weite und Ruhe, schafft Raum für Träume“, sagt der Mann in breitem Berndeutsch. „Me cha dri, dra laufe, druf, drüber oder sogar drunder.“ „Der See ist unser Lebenselexier“, lacht die Frau und schüttelt ihr wildes, rotes Haar.

Allerdings sei der Nachtlärm für viele Anwohner*innen ein Problem, fügt sie hinzu, und der Mann bestätigt: „Vom See bis zum Stadtpark isch hie i dr Nacht eis Gmög.“ Dafür haben die beiden schon eine Lösung parat: „Ein Sensiblisierungsprojekt mit Plakaten für Nachtruhe am See wäre doch ein angewandtes Kulturprojekt für die Schulen.“ Und den passenden Slogan für die Plakate liefern sie auch gleich mit: „Geht in den Wald – Ihr seid hier nicht alleine.“

Lena Estermann, notiert in der Zuhörerei am See

Die Hände eines Paars auf der Mauer am Greifensee
„Der See ist unser Lebenselexir“, erzählt das Paar in der Zuhörerei am See.

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