Black lives matter

Zuhörerei: Notiz Nummer 84

Matteo, Cristina, Panagiota, Abishana, Valeria, Georgios und Nikoleta sind dicke Freunde und wohnen alle im gleichen Block. Sie besuchen die Primarschule im Hasenbühl in verschieden Klassen auf diversen Stufen. Die Herkunftsländer ihrer Eltern sind Italien, Griechenland und Sri Lanka. Die engagierten Kids haben eine klare Botschaft. «Nein zu Rassismus».

«Wir wollen, dass das endlich aufhört. Die Menschen sind jetzt reif für eine Veränderung. Egal welches Land, welche Religion, welche Gruppierung, das Blut fliesst bei allen rot», sagt Matteo.

«Wir verfolgen die neuesten Geschehnisse aus Amerika über „Tiktok“.  Das ist eine App für Kinder und Jugendliche und funktioniert ähnlich wie Instagramm. Anstatt Bilder kursieren Videos. Alle Kinder benutzen „Tiktok“. Die App hat schon acht Millionen Downloads», erklärt Matteo.

«Jedes zweite Video ist privat. Man folgt den Kollegen. Ich lese den Blick und das 20 Minuten und poste die News über eine Videobotschaft. Meistens bin ich der Erste und bringe meine Kollegen so auf den neuesten Stand.»

Jetzt meldet sich Matteos grosse Schwester Cristina zu Wort: «Ich war die Initiantin dieser Bewegung, der kreative Kopf der Crew. Unsere  zündende Idee ist aus der Langeweile entstanden. Machemer öppis für s’Guete i de Wält, öppis wo üs alli betrifft.» Gesagt – getan: schneiden, malen, eins, zwei drei und fertig. Jeden Abend gestalten die jungen Aktivisten Flyer mit dem Faustlogo in diversen Hautfarben.                                                                                  

«Ich werde viel weniger beleidigt und ausgegrenzt wegen meiner dunklen Hautfarbe, seit ich in dieser Bewegung aktiv mitmache», sagt Abishana aus Sri Lanka. «Eine Frau meinte neulich bei einem unser täglichen Streifzüge durch das Quartier: Söll ich de Flyer mit hei neh? Also guet, ihr hend das so schön gmalet.

«Wir wollen kein Mitleid, wir wollen, dass sich dieses Schwarz-Weiss- Denken in den Köpfen der Menschen verändert», sagt Panagiota.  Alle Kinderaugen nicken ernsthaft und freuen sich auf einen baldigen Blogeintrag. «Hab ich’s doch gesagt. Ist ja fast wie Tele Züri», strahlt Matteo.

Lena Estermann, notiert in der Zuhörerei

Flyer mit verschieden farbigen Händen
Die selber gestalteten Flyer der Jugendlichen.

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