Das Schloss ist unser Lieblingsort

Zuhörerei: Notiz Nummer 75

«Wir wollen etwas machen mit dem, was wir haben. Wir wollen ausschöpfen und nicht immer wieder Neues dazutun», sagt mir ein Senior, an der rechten Seite seiner Frau. „In unseren Augen hat Uster die Wachstumsgrenze schon längst überschritten. Früher sagte man sich noch «Hoi, Sali zäme, wie gaht’s?» Über die Diversität der Nationalitäten will ich schon gar nicht reden. Das müsste viel direkter von Bern her reguliert werden.» Die Frau nickt.

«Wir haben sehr Respekt vor der Pandemie Corona. Die Leute haben immer noch nicht begriffen, was da los ist.  Manchmal kriegen wir fast Krach wegen dem Abstand. Wir machen aus Solidarität grosse Bögen um ältere Menschen auf der Strasse. Ich sage immer «Abstand mit Anstand». Das habe ich erfunden.» Die Frau lächelt. Seine lebendigen Augen hinter seiner blauen Brille fokussieren die Skyline von Uster. «Alles viel zu hoch, alles viel zu nah, alles viel zu teuer.“ Auch der Neubau im Stadtpark, der moderne Wohnungen für die ältere Bevölkerung bereitstellen soll, gefällt ihm nicht: „Die Preise kann ein normaler Mensch nicht mehr bezahlen.

Ich bin ein geselliger Mensch, hier und dort und überall, singe in diversen Chören und war lange Schützenmeister im Schützenverein.

Das Schloss Uster ist unser Lieblingsort, das Panorama bezaubernd. Ein Ort zum Verweilen und innehalten.» Genug geredet. Die Frau zupft den Mann am Ärmel. Sie bedanken sich für das Gespräch und ziehen weiter.   

Lena Estermann, notiert in der Zuhörerei an der Poststrasse.

Das Schloss Uster.
Hier beim Schloss Uster verweilen die beiden Gäste der Zuhörerei gerne.

 Sie möchten uns etwas erzählen? Eine Geschichte, eine Erfahrung, einen Gedanken? Rufen Sie uns an: 076 504 86 68 Falls wir besetzt sind, rufen wir Sie gerne zurück.