„Machen wir es uns nicht noch schwerer.“

Zuhörerei: Notiz Nummer 67

„Der Bus kommt. Ich montiere meine Maske und steige ein. Ich bleibe bei der Türe stehen. Ich sehe keinen freien Platz. Mein Blick schaut an den Menschen vorbei. Plötzlich schimpft mich eine Frau laut an: Bisschen mehr Abstand junge Frau wäre schon anständig. Ich bin perplex. Von der Türe bis zu ihrem Sitz, das sind doch zwei Meter. Bisschen mehr Maske tragen auch, schimpf ich dann ärgerlich zurück. Die Frau brummelt vor sich hin. Innerlich ist mir zittrig. Ich mag nicht so sein.

Das war vor zwei Wochen und ich denke fast jeden Tag daran. Wenn ich im Zug sitze, bin ich eine der wenigen, die eine Maske anzieht. Oft hab ich das Gefühl, ich empfange Blicke, die mir sagen, ja spinnst denn du? Ist doch nicht nötig. Umgekehrt erzählt mir eine Freundin, die ohne Maske Zug fährt, dass sie das Gefühl hat, die Maskenträger würden sie doof finden. Ich wünsche mir… ja, was eigentlich? Dass wir es uns gegenseitig nicht zusätzlich schwer machen, das wünsche ich mir.“

Beatrice Stebler, notiert in der Zuhörerei auf Distanz.

Papiermaske mit einem aufgemalten roten Herz
„Die einen tragen sie, die andern nicht. Böse Blicke sollte es weder für die einen noch die andern geben.“

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