«Zum Lernen braucht es Beziehung.»

Zuhörerei: Notiz Nummer 61

«Es war ein schöner, ein friedlicher Anfang», erzählt mir die Unterstufenlehrerin am Telefon. Nach acht Wochen ist es so weit. Die Kinder dürfen wieder in die Schule gehen. «Wir unterrichten jetzt in Halbklassen. So bleibt wirklich genügend Raum und Zeit, um auf die einzelnen Kinder einzugehen. Wir haben uns am Morgen in den Kreis gesetzt und zusammen Fotos und Zeichnungen aus den letzten acht Wochen angesehen. In kleinen Gruppen haben die Kinder dann auf Plakaten notiert, was für sie in dieser Fernunterricht-Corona-Zeit gut war und was nicht. Vermisst haben die Kinder vor allem den Kontakt mit den andern Schüler*innen. Aber auch der Schulalltag hat ihnen gefehlt. Wir haben uns zwar jede Woche per Video einmal ausgetauscht. Das war wichtig, hat aber den eigentlichen Schulalltag mit seinen vielen Möglichkeiten zum Lernen und zum Erfahren nicht ersetzt. Ich habe versucht den Kindern Aufträge zu geben, die nicht nur auf Papier zu lösen waren: Tricks lernen mit einem Pingpongball oder mit Zauberschnüren, eine Hütte bauen aus Naturmaterialien für die Figürchen, die ich ihnen mitgegeben habe. Das haben die Kinder geliebt. Für mich ist nochmal deutlich geworden, was es zum Lernen wirklich braucht: Beziehung und Austausch untereinander. Einige Kinder waren in diesen Wochen sehr isoliert und haben die Motivation verloren.  Kinder lernen einfacher, wenn sie mit andern zusammen sind und sich austauschen können. Ich bin froh, kann ich wieder im Schulzimmer unterrichten. Die direkten Beziehung zu den Kindern sind doch das schönste an meinem Beruf.»

Beatrice Stebler, notiert in der Zuhörerei auf Distanz.

Fotos und Zeichnungen der Schüler*innen aus der Zeit zu Hause.

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