„Der Wald ist uns dankbar.“

Zuhörerei: Notiz Nummer 59

Dani streicht sanft über das satte Dunkelgrün des frisch renovierten Bauwagens. Er ist Teil der Basisstation für den Forsteinsatz vom Werkheim: „Das ist ein Gemeinschaftswerk. Wir haben Pläne gezeichnet, das passende Holz ausgesucht und zugeschnitten. Die Aussenfarbe haben wir dem Wald angepasst.  „Vorher waren da Graffitis drauf gemalt. Die waren viel zu schrill für eine Basisstation im Wald. Im Innern des Wagens riecht es behaglich nach frischem Holz. Ich arbeite seit fünf Jahren jeden Tag im Wald und kenne jetzt die Namen der Bäume. Das ist eine Birke. Wenn ich nervös bin, schaue ich einfach in die Blätter. Das beruhigt mich.

Früher gehörten Epilepsie-Anfälle zur Tagesordnung. Heute bin ich gut eingestellt, aber es ist nicht einfach. Viele Leute haben es immer noch nicht begriffen, wie man sich korrekt verhalten sollte, wenn eine Person einen Epilepsie-Anfälle kriegt. Die goldene Regel heisst: Einfach ruhig bleiben und bitte nicht herumfuchteln. Jede Bewegung ist eine zu viel.

Zurzeit schneiden wir die unteren Äste der jungen Bäume weg, damit genug Licht auf den Waldboden kommt. Die Abstände zwischen den Bäumen müssen stimmen. Wir fällen die kranken Bäume, damit sie die Nachbarn nicht anstecken. Das ist genau gleich wie bei den Menschen und Corona. Wir räumen den Wald auf, manchmal ist es halt ein riesiges „Saupuff“. Mit dem herumliegenden Holz bauen wir Haufen, damit sich die Kleintiere dort Wohnungen und Nester bauen können. Ich bin sehr gerne im Wald und spüre, dass er uns sehr dankbar ist, für unsere Arbeit, die wir für ihn machen.“

Lena Estermann, notiert in der Zuhörerei auf Distanz.

Ein Bewohner des Werkheims mit Sicherheitsweste arbeitet im Wald
„Wir schauen, dass der Wald gesund bleibt. Das ist wie bei Corona und uns Menschen.“

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