„Countee“ statt „Strichli“

Zuhörerei: Notiz Nummer 56

Es war zu Beginn der Corona-Krise. Der junge selbstständige Informatiker ist in seiner Freizeit oft im Griffig, der Kletterhalle in Uster. „Klettern ohne Seil lüftet den Kopf“, sagt er mir. Damals war die Anzahl der Besuchenden wegen der Virus-Gefahr schon eingeschränkt. Nur noch 50 Leute durften gleichzeitig in der Halle sein. „Ich sah, dass sie die Anzahl Besucher mit einer Strichli-Liste kontrollierten. Das kann es ja nicht sein, dachte ich mir.“ Am Wochenende danach sass der Informatiker mit dem Computer auf dem Balkon in Uster. Sein Ziel: ein einfaches Programm, das die Besuchenden zählt und das verhindert, dass sich Menschen vergeblich vor einem Lokal ansammeln. „Es wäre gefährlich, wenn jetzt, da die Türen wieder geöffnet werden, alle in die Kletterhalle, ins Hallenbad oder in ein bestimmtes Restaurant rennen und erst dort merken, dass sie keinen Platz haben. Ich will bereits zu Hause auf meinem Handy nachsehen können, ob es noch freie Plätze gibt“, erklärt er. Damit will der junge Mann helfen, dass Uster nach der Epidemie wieder zu neuem Leben erwachen kann, ohne eine weitere Ansteckungswelle auszulösen. „Countee“ heisst das neue Programm. Eine gewinnbringende Erfindung in Krisenzeiten? Der Informatiker winkt ab. „Wir werden damit nicht reich werden. Und das ist auch nicht das Ziel. Wir wollen einfach eine Lösung zur Verfügung stellen, die hilfreich ist.“ Für kleine Unternehmen ist die App denn auch gratis.

Beatrice Stebler, notiert in der Zuhörerei auf Distanz

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