„Die Klimajugend schläft nicht.“

Zuhörerei: Notiz Nummer 55

M. ist 18 Jahre alt. Er ist im 2. Lehrjahr bei Greenpeace. Ein Klima-Aktivist. Hier, was er mir in diesen Zeiten berichtet: „Wir waren gut vorbereitet auf die Krise. Es hat gleich am ersten Tag nach dem Lockdown geklappt. Online Sitzungen wurden bei uns schon vor Corona durchgeführt. Greenpeace gibt jetzt Gas, verschickt Newsletter. Greenpeace will die Menschen darauf sensibilisieren, dass die Covid-Milliarden nachhaltig investiert werden und nicht nur für die Rettung der Swiss und für ein vom Profit gesteuertes Wirtschaftswachstum eingesetzt werden.

Der Ernst der Klimakrise ist bei vielen noch nicht richtig angekommen. Corona ist ein Testlauf, hat uns wachgerüttelt und sensibilisiert für eine grosse Solidarität. Viele Freiwillige engagieren sich für eine gute Sache. Die Klimajugend schläft nicht. Das Engagement ist auf einem hohen Level, passt sich der aktuellen Situation an. „Fridays for Future“ organisiert jetzt Online-Demos. Wir haben in unserem Greenpeace-Büro kürzlich auch eine Social-Demo simuliert. Du kannst vor dem Bildschirm angesagte Parolen mitsingen. Man hört alle beteiligten Stimmen, ein Mega-Chor. Es braucht noch etwas Routine und kluge Strategien für die Meetings, damit das wirklich tolle Zukunftsmusik wird.

Ich muss aufpassen, dass die Arbeit, das Essen und das Schlafen in einem Raum nicht zu einem Brei wird. Manchmal vermischen sich die Konturen zwischen Tag und Nacht. Ich hoffe, dass diese Energie bleibt, und die Menschen lernen, weit über den Tellerrand zu denken.“

Lena Estermann, notiert in der Zuhörerei auf Distanz  

M. in seinem Homeoffice: arbeiten, essen und schlafen alles in einem Raum.

 Sie möchten uns in diesen fordernden Zeiten etwas erzählen? Eine Geschichte, eine Erfahrung, einen Gedanken? Rufen Sie uns an: 076 504 86 68 / 076 507 86 68. Falls wir besetzt sind, rufen wir Sie gerne zurück.