„Meine Hände wollen in der Erde graben.“

Zuhörerei: Notiz Nummer 54

 „Mein Lebenslauf machte mit mir interessante Ableger. Angefangen habe ich als Floristin. Als meine Töchter zum Gröbsten raus waren, übernahm ich die Leitung des Blumenladens der Stiftung Wagerenhof.  Durch diese interessante, zehnjährige Erfahrung, keimte der Wunsch, ein Studium als Landschaftsarchitektin zu absolvieren. Gesagt! Getan! Heute – in Zeiten von Corona – sitze ich meinem Homeoffice ohne Balkon und brüte fünf Tage die Woche über meinem Compi. Ich beschäftige mich mit abstrakten Plänen, die sich vielleicht einmal in Gärten oder Parkanlagen verwandeln möchten. Je älter ich werde, desto mehr sehne ich mich wieder nach lebendigem Material, nach Blumen und Blüten. Meine Hände wollen in der Erde graben, jäten, umtopfen und giessen.“ Elisabeth streicht über lilazarte, Blümchen. „Das ist der Lein, eine einheimische Sorte, meine absoluten Lieblingspflanzen. Überhaupt Sommerfloor verzaubert mein Herz und besänftigt meine Corona-Ängste. Cosmeen sind die Weltmeisterinnen. Sie sind pflegeleicht, vertragen sich mit allen Nachbarinnen und verströmen mit ihren Blüten einen Schuss Exotik. Ich sehne mich nach dem echten, richtigen Leben, will beim Wachsen, Werden und Vergehen zusehen. Mit dem Gemüse kann ich es weniger. Dafür sind andere freiwillige, grüne Daumen zuständig. Wir sind ein kleiner Verein, Grünstatt Uster. Entstanden ist die Urban Gardening Idee aus dem Zeughausfest vor zwei Jahren. Hauptinitiantin war Meret Schneider. Wer über nachts grün träumt, darf gerne mitmachen.“

Lena Estermann, notiert in der Zuhörerei auf Distanz

Urban gardenin im Zeughausareal
Urban Gardening auf dem Zeughausareal.

 Sie möchten uns in diesen fordernden Zeiten etwas erzählen? Eine Geschichte, eine Erfahrung, einen Gedanken? Rufen Sie uns an: 076 504 86 68 / 076 507 86 68. Falls wir besetzt sind, rufen wir Sie gerne zurück.