„Ich würde lieber wieder in die Schule gehen.“

Zuhörerei: Notiz Nummer 51

Die drei Sekundarschülerinnen treffen sich an ihren freien Nachmittagen regelmässig unter dem grossen, offenen Dach auf dem Zeughaus-Areal. Sie sind zwischen 13 und 15 Jahre alt. Ich frage die Mädchen, wie sie das Homeschooling erleben: 

M: „Täglich erhalten wir zwischen 8 und 12 Uhr neue Lernaufträge, die wir über das Programm Schularena erledigen müssen. In der Schule kann ich mich viel besser konzentrieren. Zuhause werde ich abgelenkt vom Handy und meinen Geschwistern.“

B: „Wenn deine Eltern kein Deutsch sprechen, ist es umso schwieriger. Es bleibt dir nichts anderes übrig, als die neue, ungewohnte Situation alleine zu meistern. Meine Mutter ist sehr streng, was Corona betrifft. Sie sagt, Kinder könnten über die vielen Kontakte ihre Eltern anstecken. Deshalb treffe ich mich immer nur mit den gleichen Freundinnen. Wir halten Abstand, waschen regelmässig die Hände und dürfen den ÖV nicht benutzen.“

J: „Computersitzungen finde ich mega komisch. Du musst so lange warten, bis du endlich deine Frage stellen kannst. Ich würde lieber wieder in die Schule gehen, obwohl ich vorher gar nicht gerne in die Schule gegangen bin.“  Aber nicht nur die Schule fehlt. Sporttrainings gehen ja auch nicht mehr. Fussball trainieren J. und B. derzeit sehr diszipliniert zu Hause und M. übt täglich neue Hiphop-Choreografien über Youtube.

Lena Estermann, notiert in der Zuhörerei auf Distanz auf dem Zeughausareal

Die Füsse von drei jungen Mädchen
Begegnung in Coronazeiten – die Schülerinnen treffen sich regelmässig an freien Nachmittagen.

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