„Corona muss man ernst nehmen.“

Zuhörerei: Notiz Nummer 50

„Hier im Heim machen wir alles, was möglich ist“, erzählt mir Sabine, die seit einem Jahr im Werkheim lebt. Ihr Alltag hat sich seit Corona total verändert: „Die Betreuerinnen tragen Masken, wir sitzen in der Wohngruppe mit viel mehr Abstand am Tisch, wir waschen ständig die Hände. Meine sind schon ganz rot und aufgerissen.“ Am schlimmsten finde ich aber, dass ich nicht mehr raus gehen kann, wie ich will. Ich kann meine Freundinnen nicht mehr sehen. Wir dürfen das Gelände nicht verlassen. Das gibt ein komisches Gefühl. Nur einmal war ich in den letzten paar Wochen draussen. Ich musste auf die Bank und die Teamleiterin hat es mir erlaubt. Ich habe alles richtig gemacht. Ich habe Abstand gehalten und ich habe Handschuhe angezogen und den Code so eingetippt. Das machen aber leider nicht alle. Ich habe viele gesehen, die das nicht machen. Das ärgert mich. Man muss Corona ernst nehmen.“

Beatrice Stebler, notiert in der Zuhörerei auf Distanz am Telefon

Sabine malt Mandalas. „Das stellt das Denken und Grübeln ab“, sagt sie.

Sie möchten uns in diesen fordernden Zeiten etwas erzählen? Eine Geschichte, eine Erfahrung, einen Gedanken? Rufen Sie uns an: 076 504 86 68 / 076 507 86 68. Falls wir besetzt sind, rufen wir Sie gerne zurück.