„Neue Solidarität ist spürbar.“

Zuhörerei: Notiz Nummer 41

„Bleiben sie zu Hause, waschen sie sich die Hände, sind unsere Standardsätze in Endlosschlaufe“, berichtet mir Meret über WhatsApp. Meret ist   Pharmaassistentin im ersten Lehrjahr. „Seit Corona ist unser Team anders, stärker zusammengewachsen. Es betrifft uns eben alle. Zurzeit müssen wir Desinfektionsmittel neu abfüllen. Keine Serie ist komplett. Da fehlt die entsprechende Etikette, dort wurden die passenden Plastikflaschen nicht geliefert. Improvisieren ist angesagt. Der Hauslieferdienst ist jetzt fünfmal die Woche: Kannst du mir…? Bring mir rasch…, tönt es den ganzen Tag. Am Abend, bevor ich gehe: Danke vielmal Meret, das du so gut mitmachst.

Ich habe keine Angst, habe mich schon an die neue Situation gewöhnt. Mir fehlt nichts ausser das Frauenverein-Brocki und die Bibliothek. Mit meinen besten Freunden gehe ich im Wald spazieren. Wir halten Social Distancing. Ich bin eine engagierte Klimaaktivistin. Der Klimanotstand wurde ausgerufen, passiert ist wenig. Das hat mich sehr desillusioniert. Jetzt wird plötzlich etwas möglich. Die Mobilität wird eingeschränkt, Flüge gestrichen, der Konsum stagniert und das Homeoffice floriert.  Eine neue Solidaritätswelle ist spürbar. Wir merken, was wir aneinander haben. Kann ich dir helfen? Sag, was du brauchst? Wäre schön, wenn dieses neue Miteinander nachhaltig bleibt.

Lena Estermann, notiert in der Zuhörerei auf Distanz per Whatsup

Desinfektionsmittel und Gesichtsmaske
Merets ständigen Begleiter – Desinfektionsmittel und Gesichtsmaske.