„Das kulturelle Korsett ablegen.“

Zuhörerei: Notiz Nummer 32

Sie war 12 Jahr alt, als sie mit ihren Eltern aus der Türkei in die Schweiz flüchtete, erzählt die junge Frau. Ihr Vater war politscher Flüchtling. Sie kenne Mobbing, Ausgeschlossenheit, Fremdsein. «Nicht einfach als Worthülse, ich habe das alles gefühlt, erlebt, das ganze schwere Paket einer unbeheimateten jungen Frau im fremden Land.»   Sie sagt: « Die Geschichte eines Menschen beginnt dort, wo er am meisten Schmerzen hat. Meine Eltern können nicht reden, sind gefangen in ihren Traumatas. Traditionen geben ihnen Halt und Orientierung.  Ich will reden, will raus, hinein in die Welt, will das Menschliche spüren, mich aus dem kulturellen Korsett meiner Vergangenheit herauslösen.» Die junge Frau studiert heute in Zürich Erziehungswissenschaften, Soziologie mit Schwerpunkt Sonderpädagogik mit dem Fokus auf soziale Ungleichheit im Bereich Migration.

Lena Estermann, notiert in der Zuhörerei im Illuster

Frageplakat der Zuhörerei
Die Fragen sind Ausgangspunkt für das Erzählen.